Twitter will nicht mit Werbung verdienen

Was da am 22.05.2009 in der Computerwoche stand, halte ich ja für eine gute Nachricht. Wir reden schließlich immer noch von SMS. Die Vorstellung, nach jedem zweiten Tweet eine Werbung zu erhalten, wirkt auf mich schon sehr abstossend. Besser wird es auch nicht, wenn ich mir vorstelle, dass die ersten 30 Zeichen eines Tweets für Werbung blockiert sind. Vielleicht sehe ich da auch schwarz…

Twitter will nicht mit Werbung verdienen.


Die wirtschaftliche Zukunft des populären Web-Dienstes bleibt unklar. Nachdem seine Betreiber bereits einen Verkauf ausgeschlossen hatten, lehnen sie nun auch Online-Werbung als Geldquelle ab.

Stattdessen kündigte Twitter-Mitbegründer Biz Stone jetzt in einem Interview neuerlich kostenpflichtige Dienste und Tools zum Jahresende an, die für Umsatz sorgen sollen. Man habe speziell für diese Angebote einen Produktmanager eingestellt, der solche Bezahldienste definieren soll. Über die konkreten Funktionen dieser als Zusatzangebote zur freien Nutzung der Microblogging-Site gedachten Dienste, schweigt das Twitter-Management.

Ein Ansatz wäre es, die als sehr leistungsfähig geltende Suchmaschine von Twitter einzusetzen, um vermarktungsrelevante Inhalte suchen und auswerten zu können. Tatsächlich seien „lightweight analytics“ für Geschäftskunden oder die Vermarktung von Kundendaten Konzepte, über die man nachdenke, sagte Biz Stone. Ein Beispiel könnte der im März zusammen mit dem Unternehmen Federated Media gestartete Dienst ExecTweets sein, über den professionelle Nutzer die Tweets ihrer Kollegen verfolgen können. „Wir werden (mit den neuen Angeboten) sicher nicht Milliarden verdienen, aber doch beweisen, dass sich Twitter trägt“, so Biz Stone.

Genug Geld auf der Bank

Warum Online-Werbung nicht der richtige Weg sei, ließ der Manager offen. Sie habe keine Priorität für Twitter. Auch wolle man keine Vertriebsmannschaft aufbauen. Bereits im März hatte Biz Stone erklärte, dass es kein Geschäftsmodell gebe und auch nicht geplant sei. Ebenso wurden kürzlich Verkaufsgerüchte dementiert. Man denke aber darüber nach, wie sich Geld verdiene lasse. Man habe genug Geld in der Bank und wolle zunächst die Entwicklung der bisherigen Dienste weiterentwickeln und die Nutzerzahlen steigern.

Analysten wie Caroline Dangson von IDC halten Twitters Absage an Online-Werbung für gewagt: „Ich glaube, die Kombination von Suchergebnissen und Werbung auf den Nutzerseiten hätte eine interessante Einnahmequelle werden können. Es hätte sich ein Weg finden lassen, Werbung so zu platzieren, dass sie den Benutzer nicht stört.“ Werbung und kostenpflichtige Zusatzdienste und -anwendungen hätten sich laut Dangson ergänzt.

Quelle: http://www.computerwoche.de/

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