Retouren Handling – Zalando wirds zu teuer

„Schrei vor Glück – oder schick’s zurück“ als Slogan ist schon der Garant für hohe Retourenquoten. Während die deutsche Modeversandbranche in der Regel mit Quoten von bis zu 50% rechnet, lagen diese bei Zalando bei 70% oder mehr.

Zalando zieht hier nun Offensiv die Notbremse und geht gegen „Zurückschicker“ vor. Im ersten Schritt erhält der Kunde Empfehlungen, wie er Retouren vermeiden kann. Wenn das nicht ausreicht, wird die Bestellung nur noch gegen Vorkasse erlaubt.

Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter bestreitet in einem Interview mit der Financial Times Deutschland (Anmerkung 31.01.2016: Der Link zur Financial Times Deutschland wurde entfernt, da die FTD nicht mehr existiert) , dass die Retourenquoten von Zalando ein Problem seien, wirklich glaubhaft wirkt er damit allerdings nicht.

Sowohl in Hinblick auf Zalandos Bestrebung, den Shop zum Marktplatz auszubauen und die Reichweite für fremde Händler zu nutzen, als auch im Hinblick auf einen zukünftigen Exit in Form eines Tradesales oder IPOs ist eine solche Retourenquote ein echter Erfolgskiller. Ob die Form, wie das Thema aktuell angegangen wird, die richtige ist, sei dahingestellt.

2 Gedanken zu „Retouren Handling – Zalando wirds zu teuer

    1. uhaefele

      Hallo Tadeusz,

      wie ich in deinem Blog sehe, hast du dich ausführlich mit dem Thema Zalando auseinandergesetzt. Dazu erst mal mein Kompliment. Wie man der Infografik auch sehr einfach entnehmen kann, hat Zalando von 2010 auf 2011 den Verlust (Bezogen auf Nettoumsatz) zumindest von 13% auf 4% drücken können. Aber von Rendite ist das immer noch ein Stück entfernt.
      Eine Stellschraube sollte nach Zalando wünschen sein, dass „nur noch“ nach Amazon Vorbild die aufgebaute Reichweite vermarktet wird und eine Vermittlungsprovision kassiert wird. Diese Strategie geht aber nicht auf, solange die Retourenquote so hoch ist.
      Ich möchte hier deiner These gar nicht per-se wiedersprechen, sehe aber im Moment genauso die Möglichkeit, dass Zalando in eine Richtung abtriftet, die Groupon gerade unfreiwillig einschlägt – Ramsch.
      Ob du recht hast, oder der „Ramschweg“ kommt, sehen wir wahrscheinlich erst in zwei Jahren. Wenn Zalando es schafft von den hohen Retouren wegzukommen, ohne die Kunden zu verärgern, dann wird es eine lange Erfolgsgeschichte.

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