Online Handel boomt, wo bleibt der Versandhandel

Eine Studie von TNS Infratest wurde vom bvh (Bundesverband für Versandhandel) genutzt um eine erste Prognose für das Jahr 2010 zu treffen. Demnach wächst der bvh mit einem e-Commerce Umsatz von 17,8 Mrd. Euro und damit einem Plus im Vergleich zu 2009 um 15 Prozent.Der Anteil des Online Handels läge  damit bei 59,5% am deutschlandwieten Versandhandel (Volumen 29,9 Mrd Euro).Hinzu kommen Ausgaben für Online-Dienstleistungen wie Reisebuchungen oder Musikdownloads mit einem geschätzten Volumen von 6,5 Mrd Euro.

Neben dem reinen Online Handel hat sich das Internet als Bestellweg etabliert. Geschätzte 71% aller Bestellungen im Versandhandel werden heute Online abgesetzt.  Telefon (19%), Briefweg (5%) und Email (3%) liegen weit abgeschlagen und verlieren weiter an Gewicht.

Ich möchte hier eine Darstellung von Exciting Commerce aufgreifen und den Verlauf der letzten Jahre mit einer Prognose in die Zukunft verbinden. Welchen Anteil hat welcher Vertriebskanal im Versand- und Onlinehandel.

Die zukünftigen Zahlen sind aufgrund der Entwicklung seit 2006 linear fortgesetzt.

Sollte sich diese Entwicklung so fortsetzen wird es eng für die althergebrachte Katalogversenden. Deren Anteil am Markt würde sich danach von 55% auf 44% reduzieren. Absolut würde dies trotz eines Marktwachstum von über 3 Mrd. zwischen 2010 und 2013 einen Umsatzverlust von mehr als 400 Mio €.

Ein sehr interessanter Aspekt dieser Statistik ist die maßgebliche Zunahme des online gestützen Stationärhandel und des online gestützten Direktvertrieb durch Hersteller. Nach meinem Dafürhalten gehört dies zu den interessantesten Segmenten des zukünftigen Online Handels. Während in den Bereichen des Handels mit vergleichbaren Gütern (Mobilfunk, Versicherungen, Unterhaltungselektronik) die Luft im eCommerce bereits sehr dünn wird, ergeben sich hier für spezielle Branchen noch interessante Wachstumschancen.

Für Hersteller ist die Möglichkeit den Vertreib direkt unter Vernachlässigung der althergebrachten Vertriebskanäle (Großhandel) zu forcieren mit der Chance verbunden, die Handelsmargen mitzunehmen. Gleichzeitig besteht hier wirklich das oft zitierte Risiko, den eigenen Vertriebskanal zu korumpieren. Dass es aus diesem Dilema gut auswege gibt zeigen uns Hersteller mit starken Marken, die den Spagat zwischen klassischem und Online-Vertrieb erfolgreich meistern. Hier lohnt sich ein Blick auf Ravensburger Spiele, die mit der einfachen Maßgabe, den UVP selbst nicht zu unterbieten, den klassischen Vertriebsweg sichern.

Der stationäre Handel kann den Laden durch intelligente Kombination von Online und Offline pushen. Nicht jeder Kunde ist bereit, Schuhe oder Mode Online zu kaufen, nicht jeder Service funktioniert Online so gut wie Offline z.B. Hosen kürzen und nicht jedes Kaufgefühl ist Online reproduzierbar (Haptik, Geruch).

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