Globale Roland Berger Studie zu Restrukturierung: Tiefpunkt der Wirtschaftskrise liegt noch vor uns, Kreditverknappung verstärkt Finanzierungsprobleme

Das wichtigste Thema der Wirtschaft ist im Moment die Krise. Deswegen weiche ich mal wieder weit von meinem eigentlichen Thema ab und zitiere hier eine Studie.

  • Umfrage unter fast 400 Unternehmen aus zwölf Branchen weltweit
  • USA und Asien rechnen mit einer Erholung der Wirtschaft bereits Ende 2009 – alle andere Regionen frühestens Mitte 2010
  • Langsamste Erholung bei Finanzdienstleistern, Automobilindustrie und Maschinen-Anlagenbau erwartet, schnellste bei Pharmabranche und im Gesundheitswesen
  • Rund die Hälfte der Unternehmen hat Schwierigkeiten, neue Kredite zu erhalten
  • Viele Unternehmen haben die Personalkosten bereits um mehr als zehn Prozent reduziert – in Westeuropa steht weitere Kündigungswelle bevor
  • Management will Krise zur Kostensenkung und zur strategischen Neuausrichtung nutzen


2008 haben Unternehmen aller Regionen die weltweite Finanz- und
Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Besonders betroffen waren Firmen
in Nordamerika, Europa und Japan. Eine Besserung ist im weltweiten
Durchschnitt frühestens ab Mitte 2010 in Sicht. Etwas optimistischer
sind Manager in den USA und in Asien: Sie erwarten bereits Ende 2009
eine wirtschaftliche Erholung. Das sind die Ergebnisse der Studie
„Restrukturierung International 2009“ von Roland Berger Strategy
Consultants. Die Strategieberatung hat dafür die Vorstände und
Geschäftsführer von knapp 400 internationalen Unternehmen aus zwölf
verschiedenen Branchen befragt.

„Die Krise hat Unternehmen auf der ganzen Welt erfasst“, sagt Max
Falckenberg, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. „Aber
das Schlimmste steht erst noch bevor.“ Weltweit erwarten Unternehmen
Anfang 2010 den Tiefpunkt der Krise. Optimistisch zeigen sich Manager
aus den USA und aus Asien. Sie rechnen bereits Ende 2009 mit einer
Erholung ihrer Volkswirtschaft. Pessimistischer sind die Unternehmer
in Europa, sie erwarten eine Erholung erst im zweiten Halbjahr 2010.

Finanz- und Autobranchevon Krise besonders stark betroffen

Besonders stark sind Finanzdienstleister, Automobilindustrie sowie
Anlagen- und Maschinenbau betroffen. Diese Branchen werden sich nach
den Ergebnissen der Studie auch nur langsam erholen. Besser fällt die
Prognose für die Pharmabranche und das Gesundheitswesen aus: Die
befragten Unternehmen glauben, dass sich diese Branchen am
schnellsten erholen werden. Mindestens die Hälfte der befragten
Manager rechnet mit Umsatzrückgängen von mehr als zehn Prozent im
Jahr 2009. Unter anderem in Asien und in Europa gehen 40 Prozent von
einem Umsatzrückgang von mehr als 15 Prozent aus. In den USA
prognostizieren 55 Prozent einen Rückgang um mehr als zehn Prozent.
Positiver ist dagegen die Lage in Großbritannien, hier erwarten 91
Prozent der Unternehmen nur einen geringen Umsatzrückgang von minus
fünf Prozent, einige rechnen sogar mit einem Plus beim Umsatz.

Unternehmen beklagen weltweit Finanzierungsprobleme

Als Folge der Krise verzeichnen weltweit viele Unternehmen
Finanzierungsprobleme. So berichteten 51 Prozent der Befragten von
schlechteren Konditionen, 45 Prozent haben Schwierigkeiten,
Neukredite zu erhalten. In den USA gaben sogar 88 Prozent der
Befragten eine Verschlechterung der Kreditkonditionen an. Der Studie
zufolge sind die Finanzierungsprobleme in Großbritannien deutlich
geringer.

Kündigungswelle droht / Westeuropa besonders betroffen

Um die Krise erfolgreich bewältigen zu können, ist nach Ansicht
der befragten Vorstände und Geschäftsführer vor allem Schnelligkeit
in der Umsetzung der Restrukturierungsprogramme gefragt: 79 Prozent
der Befragten halten sie für den wichtigsten Erfolgsfaktor. Als
zweitwichtigsten Punkt (76 Prozent) nennen sie „Management
Commitment“, also die Unterstützung der Restrukturierung durch das
Management, gefolgt von „intensivem Projektcontrolling“ (67 Prozent).
Etwa 60 Prozent der Unternehmen in den USA und Europa haben ihre
Personalkosten bereits um mehr als zehn Prozent gesenkt. In Zukunft
werden – je nach Region – 30 bis 50 Prozent ihre Personalkosten um
mehr als zehn Prozent senken. Vor allem in Westeuropa zeichnet sich
eine Kündigungswelle ab. Demnach wird ein Anstieg betriebsbedingter
Kündigungen von 42 Prozent auf 52 Prozent erwartet. Für fast die
Hälfte der befragten Unternehmen weltweit ist Kurzarbeit wichtig bis
sehr wichtig. Um wieder auf Erfolgskurs zu kommen streben die Manager
unter anderem Maßnahmen zur Kostensenkung und ein besseres
Liquiditätsmanagement an.

Unternehmen wollen Kosten senken und zukaufen

Die Krise bietet aus Sicht der Unternehmer aber auch Chancen: 64
Prozent der Befragten glauben, dass sie nun ihre Kostenbasis
reduzieren können. Ebenfalls 64 Prozent sehen zudem die Chance, sich
auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und mehr als die Hälfte
erkennen Gelegenheiten zur Marktbereinigung. Auch günstige
Investitions- beziehungsweise Akquisitionsmöglichkeiten werden als
Chancen genannt. Interessanterweise wird der Nutzen staatlicher
Hilfsprogramme für die Gesamtwirtschaft zwar erkannt: 21 Prozent
bewerten sie als positiv. Die Bedeutung für das eigene Unternehmen
bewerten sie allerdings kritischer. Weltweit beurteilen asiatische
Unternehmen die Hilfsprogramme am positivsten.

Strukturanpassungen und strategische Neuausrichtung

„Unternehmen können die Krise überstehen und sogar gestärkt aus
ihr hervorgehen, wenn sie die richtigen Prioritäten setzen“, sagt
Falckenberg. „Die Firmen sollten eine straffe Liquiditätssteuerung
einführen und eng mit Banken und Kreditversichern zusammenarbeiten,
um schnell auf Liquiditätsengpässe reagieren zu können. Ein absolutes
Muss sind zudem Strukturanpassungen, um die Fixkosten zu senken.“

Die vollständige Studie können Sie kostenfrei bestellen:
www.rolandberger.com/pressreleases

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der
weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern
ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.100
Mitarbeiter haben im Jahr 2008 einen Honorarumsatz von mehr als 670
Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige
Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

Originaltext: Roland Berger Strategy Consultants
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32053
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